Ein verstörend schönes Buch, welches konfus beginnt, noch konfuser endet und mich wundernd zurücklässt, weil der Schluss offen bleibt.
In leisen und ruhigen Tönen schreibt Frank Goosen über einen erwachsenen Sohn, der seinen seit 20 Jahren tot geglaubten Vater an einer Straßenecke wieder sieht. Und anstatt im Eiltempo dem offensichtlichen roten Faden, dem unbekannten toten Vater zu folgen, passieren so viele kleine Geschichten nebenher, die die eigentlich Handlung ausmachen, dass die Vatersuche wenn auch nicht ganz – doch etwas vom Bildschirm verschwindet. Erst zum Schluss nimmt sie wieder allen Platz auf den Seiten ein. Dezent dazwischen verstreut finde ich Goosens Faible für Nick Drake und offensichtlich Pink Moon. (Übetroffen wird Pink Moon eigentlich nur von Who by Fire aber das gehört hier nicht rein. Und ob Goosen das überhaupt kennt, weiß ich nicht.) Und eigentlich braucht man sich Pink Moon nur anzuhören und weiß, wie das Buch geschrieben ist; unaufdringlich aber man kann es nicht nicht beachten – dazu ist es viel zu schön. Nick Drake hätte sich bestimmt darüber gefreut. Ich habe den Schluss 3 Mal gelesen, nur um festzustellen, dass alles gut wird – es muss - aber Henning irgendwie nicht wirklich der Vater sein kann (zumal er ja eigentlich Otto hieß) dies aber am Ende vielleicht auch gar nicht mehr so wichtig ist oder?!?
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